Vorstand Panhauser zu Cyber-Versicherung und weiteren Produkt-News (NL 2b/22)

Vorige Woche stand im Interview mit Vorstand Werner Panhauser ein Thema im Vordergrund, das die Behörden aktuell sehr interessiert (siehe dazu unseren Beitrag „Behörde verlangt Geeignetheits-Dokumentation von Vermittlern“ hier…), nämlich die konkrete Umsetzung von gesetzlichen Vorschriften. Zum Nachlesen des 1. Teil des Interiews hier klicken…

Davor erfuhren wir von Vorstand Werner Panhauser wie die Helvetia durch die bisherige Corona-Krise gekommen ist und wie sich die Digitalisierung und hybrides Arbeiten sukzessive durchsetzen (und wo dabei die Vorteile auch für Vermittler liegen). Auch die regelmäßige Weiterbildung, die gesetzlich vorgeschrieben ist (und aktuell von der Behörde stark kontrolliert wird – zu unserem Bericht „Behörde fordert Nachweise bis zum 31.12.“ kommen Sie hier…), war Thema. Zum Nachlesen des 2. Teil des Interiews hier klicken…

Hier folgt der 3. und letzte Teil des Interviews.

Vorstand Werner Panhauser, Foto Christian Husar

IVVA: Was hat sich bei Ihnen produktseitig in den letzten Monaten geändert? Haben Sie neue Produkte oder Verbesserungen bei bestehenden Produkten auf den Markt gebracht?

VST Panhauser: Hier kann ich unsere top Cyber-Produkte für Firmenkunden (eine Eigenentwicklung) und Privatkunden (Assistance-Lösung) nennen. Mit diesen Produkten – für unsere Kunden und Partner – liegen wir absolut am Puls der aktuellen Entwicklungen rund um neue Risiken von denen unsere Kunden betroffen sind. Verbesserungen gibt es auch bei den Produkten Transport und Buft, aber auch die Prozesse beim Antrag von Lebensversicherung, Shift&Switch wurden vereinfacht. Weiters haben wir die TOMs umfassend umgesetzt, Kompetenzen in den Regionen gesteigert. Und eine schnellere Point-of-Sales-Erledigung ermöglicht.

IVVA: Man liest immer öfter, dass Betrüger versuchen, Kontodaten zu stehlen oder die EDV mit Viren und Trojanern zu befallen. Oder Firmen-Server gesperrt und die Firmen zu Lösegeldzahlungen erpresst werden. Wie kann mir Helvetia da helfen?

VST Panhauser:
Vor diesen und anderen Gefahren des Internets schützt Sie der Baustein „Cyber“ der Helvetia Card Haushaltsversicherung. Da stellt der Kauf- und Kontoschutz einen wichtigen Bestandteil dar. Helvetia ersetzt bis zu je 3.000 Euro, wenn Bankkarten-Informationen mit gefälschten Mails oder gefälschten Websites abgefragt und Geld abgebucht wurden.

IVVA: Existenzbedrohender wird es, wenn ein Unternehmen zum Stillstand kommt, weil die EDV durch Viren ruiniert oder durch eine Bitcoin-Erpressung gesperrt wurde. Was bieten Sie da an?

Panhauser: Die Helvetia Best Business (kurz HBB) Cyber-Versicherung. Diese kann in einem gemeinsamen Offert mit HBB Plus angeboten werden. Inkludiert sind sowohl die Vermögenschäden und Servicekosten die unseren Kunden betreffen (also der Eigenschaden), als auch Schadenersatzforderungen an unseren Versicherungsnehmer wegen Vermögenschäden Dritter (Haftpflicht bzw. Drittschaden). Und sofern das gewählt wurde, gelten Schäden bei Betriebsunterbrechung/im Ertragsausfall bis zur vereinbarten Versicherungssumme mit einer Haftzeit von 30 Tagen als versichert.

Im Schadensfall ermöglichen wir den Zugang zu einem Expertennetzwerk bestehend aus Spezialisten der IT-Security, PR- und Rechtsberatern sowie Datenschutzspezialisten, um Haftungsrisiken möglichst vom Unternehmer fern zu halten.

IVVA: Raten Sie den Agenten auch selbst so eine Cyber-Versicherung abzuschließen? Und prüfen Sie das?

Panhauser: Ja, wir raten jedem Vermittler eine Cyberversicherung für sich abzuschließen. Da Firmen immer mehr Daten produzieren und vernetzte Geräte nutzen, rücken Cyber-Risiken weiter in den Vordergrund.

IVVA: Also entsteht hier eine große Verkaufschance für unsere Agenten?

Panhauser: Auf jeden Fall. Laut einer Befragung von Experten aus dem Industrie- und Firmen-Versicherungsgeschäft, stehen Cybergefahren an erster Stelle: 51 Prozent der österreichischen Befragten sehen in Cyberkriminalität, IT-Ausfällen, Datenschutzverletzungen und ähnlichem ein vordringliches Risiko. Dieses Risiko ist im Zusammenhang mit der Betriebsunterbrechung (BU) zu sehen, die mit 30 % auf Rang vier liegt. Auffällig ist, dass Cyber- und BU-Risiken zunehmend miteinander verknüpft sind, da Ransomware-Angriffe oder IT Probleme oft zu Betriebs- und Serviceunterbrechungen führen.

IVVA: Ich las auch von einer Gewerbekunden-Offensive. Bitte auch dazu mehr an Fakten, immerhin eröffnet sich dadurch auch ein weiterer Markt für Vermittler!

Panhauser: In der Region Süd haben wir mit dem Projekt eines Gewerbekoordinators gestartet, um die Regionen mit Knowhow und Kompetenzen im Firmenkundenbereich zu stärken. Der Pilot verlief sehr gut, sodass wir auch in der Region Nord einen Gewerbekoordinator einsetzen wollen.

IVVA: Gibt es dazu auch Produkt-Neuheiten?

Panhauser: Derzeit sind wir in der Vorstudie zu einem neuen Gewerbekundenprodukt. Hier wollen wir unser Helvetia-Motto „Einfach, Klar, Helvetia“ umsetzen. Wir starten 2022 mit der eigentlichen Produktentwicklung und möchten uns mit einem attraktiven Produkt am österreichischen Versicherungsmarkt platzieren.
Vom Beratungsprozess bis zur Polizzierung werden wir hier innovative Akzente setzen.

IVVA: Sie sprachen zuvor bei den Produkten davon, dass der Lebensversicherungs-Bereich überdurchschnittlich gewachsen sei.

Panhauser: Ja, wir sind mit der Entwicklung unserer FLV seit Jahren äußerst zufrieden und konnten uns – im Gegensatz zum Gesamtmarkt – von Jahr zu Jahr deutlich steigern. Ein deutliches Plus konnten wir bei Zuzahlungen verzeichnen.

IVVA: Da frage ich mich, wie kann man in Zeiten der Nullzins-Politik Kunden motivieren hier zu investieren?

Panhauser: Das liegt daran, dass wir bei der Produktgestaltung im Bereich Lebensversicherungen bereits frühzeitig auf das Niedrigzinsumfeld reagiert haben und konsequent auf kapitalschonende, fondsgebundene Produkte gesetzt haben.

IVVA: Dass momentan viele Milliarden auf Sparkonten unverzinst liegen und bei steigender Inflation immer weniger wert werden, hilft wohl auch?

Panhauser: Korrekt. Vielen Österreicherinnen und Österreichern wird nun nach und nach bewusst, dass aufgrund der nachhaltig niedrigen Sparbuchzinsen und der vergleichbar hohen Inflationsraten – neben einem Notgroschen am Sparbuch oder Girokonto – im Hinblick auf ertragreiches Sparen nichts kein Weg an einer Veranlagung am Kapitalmarkt vorbeiführt.

IVVA: Kann Ihr Erfolg auch an den Eigenschaften Ihres Produktes liegen?

Panhauser: Ja. Flexibilität ist hier der Schlüssel zum Erfolg. Die Helvetia war Vorreiter im Bereich Investmentsparen im Rahmen der fondsgebundenen Lebensversicherung und kann daher auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz aus vielen Kundengesprächen zurückgreifen.

Kundinnen und Kunden wünschen sich moderne Sparformen mit besonders viel Flexibilität, die sich an verändernde Lebensbedingungen einfach und unbürokratisch anpassen lassen. Die Versicherungsnehmerin oder der Versicherungsnehmer entscheidet bei uns, welcher Betrag in ausgewählte Fonds bzw. gemanagten Portfolios veranlagt wird und kann diesen individuell erhöhen, vermindern oder sogar aussetzen. Flexible Zuzahlungs- und Entnahmemöglichkeiten und ein automatisch integrierter Ablebensschutz runden unsere Produkte ab.

IVVA:
Und wie sieht die steuerliche Seite aus?

Panhauser: Sämtliche erwirtschafteten Erträge im Rahmen der fondsgebundenen Lebensversicherung sind komplett steuerfrei.

IVVA: Und immer wichtiger: Die Nachhaltigkeit. Wie sieht es da aus?

Panhauser: Wir sind stolz darauf, mit über 200 Fonds das derzeit größte Angebot an Einzelfonds am österreichischen Markt anbieten zu können. Das Thema „nachhaltig Veranlagen“ wird dabei tatsächlich immer relevanter. Wir waren unter den Ersten, die frühzeitig besonderes Augenmerk auf nachhaltige Fonds gelegt haben und bieten derzeit über 90 nachhaltige Investmentfonds gem. Art. 8 oder Art. 9 an. Besonders bewährt hat sich jedoch unser hauseigenes, nachhaltiges Portfolio, die »FairFuture Lane«.

All diese Faktoren sind ausschlaggebend dafür, dass sich Anlegerinnen und Anleger für Spar- und Vorsorgelösungen bei Helvetia entscheiden.

IVVA: Abschlussfrage: Warum unterstützen Sie den IVVA?

Panhauser: Die Stärke des IVVA ist, dass er ein Sprachrohr für die Agenten ist. Er kann Gutes aufzeigen, differenzieren und aber auch mahnen und warnen.

Jeder Berufsstand braucht neben der Interessensvertretung auch einen Promotor, genauso verstehe ich den IVVA! Alles Gute für Euch!

IVVA: Ich bedanke mich für das positive Feedback und freue mich auf unser nächstes Gespräch in der hoffentlich Nach-Corona-Zeit!

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