WKO-Statistik weist erstmals mehr als 10.000 aktive Agenten aus.
Kürzlich veröffentlichte die WKO die Statistik der Gewerbe, daran kann man das Anwachsen der Agentenzahl deutlich erkennen. Konkret weisen die Landeskammern der Versicherungsagenten die Gesamtzahl von 12.463 Mitglieder aus. Wer sich für die Details aus den einzelnen Bundesländern und die Entwicklung seit 2010 interessiert, findet hier das umfangreiche Zahlenmaterial…
Insgesamt gibt es per Ende 2025 12.463 Versicherungsagenten. Der Zuwachs von 2,1 Prozent gegenüber Ende 2024 ist an sich schon positiv, besonders wenn man im Vergleich dazu sieht, dass die Zahl der Makler seit Jahren sinkt: So gab es 2017 noch 4.197 Makler, per Ende 2025 waren es nur noch 3.935.
Wir haben uns das Zahlenmaterial der WKO näher angesehen. Und finden die Verschiebungen besonders interessant und haben die folgende Graphik erstellt:

In dieser Graphik erkennt man deutlich, dass die Gesamtzahl der Agenten seit Jahren rund um 12.000 liegt. Gleichzeitig aber die Zahl der ruhenden Gewerbe sind. 2008 gab es noch 3.375, 2016 fiel die Zahl erstmals unter 2.600. Und nun liegt die „Ruhend-Zahl“ bei 2.311. Das zeigt, die Überalterung der Branche führt zuerst zum Ruhendstellen der Gewerbe, doch irgendwann geht man doch in Pension.
Umso erfreulicher ist der Anstieg der Gesamtzahl der Agenten, weil so viele Agenten neu in den Beruf einsteigen, dass sie nicht nur die Pensionisten, also die sinkende Zahl der ruhend gestellten Gewerbe ersetzen, sondern deutlich steigern. 2008 gab es 8.660 aktive Agenten, 2016 wurde erstmals die 9.000-er Marke überschritten und per Ende 2025 waren erstmals mehr als 10.000 Agenten aktiv.
Unser TIPP: Werden Sie selbstbewusster und akzeptieren nicht alles und jeden Agenturvertrag.
Prüfen Sie alles, was Ihnen zur Unterschrift vorgelegt wird.
Unsere Rubrik „Agenturverträge“ – mit rund 50 Agenturverträgen und Hinweisen, welche Passagen gut, nachteilig oder sogar gesetzwidrig sind – könnte hier hilfreich sein.
Obige Zahlen beweisen, wie wichtig die Agenten für die Versicherer sind. Denn Fakt ist: Es werden auch in den nächsten Jahren die menschlichen Kundenbetreuer sein, die bei ihren Kunden Problembewusstsein schaffen, die komplizierten Produkte erklären und im Schadensfall unterstützen werden.
Suchen Sie sich daher Ihre Partner gut aus und wählen jene, die auf einen fairen Umgang mit Ihnen setzen. Sehen Sie sich die IVVA-Agenturpartner näher an!
In Deutschland und der gesamten EU sieht die „Vermittler-Welt“ anders aus! Warum?
Wir haben schon im Vorjahr berichtet (hier…), dass laut Statistiken der Europäischen Versicherungsaufsicht EIOPA zwischen 2013 und 2022 über 400.000 Vermittler in Deutschland und Europa verloren gingen. Das entspricht einem Minus von rund 34 Prozent. Konkret gab es 2013 noch deutlich über 1.200.000 Vermittler, diese Zahl sank bis 2022 auf 884.337.
Nun liegt der neue EIOPA-Bericht vor: Die Zahl der Vermittler in Europa sinkt weiter.
Ein Rückgang auf 818.128, also ein Minus von 2020–2024 von 7,5 %. Den EIOPA-Bericht können Sie hier nachlesen…

Graphik aus EIOPA-Bericht „Structure of the EU insurance distribution market“
Gründe für den europaweiten Rückgang der Versicherungsvermittler?
Die EIOPA nennt in ihren Berichten immer wieder verschiedene Gründe für den festgestellten Vermittlerrückgang. Etwa die demografische Alterung der Vermittlerschaft und fehlender Nachwuchs, die gestiegenen regulatorischen Anforderungen an den Vermittlerberuf und den zunehmenden Konkurrenzdruck durch Online-Vermittlungsformen.
Unter „strengere Anforderungen“ fallen wohl die Vorgaben etwa aus Versicherungsvermittler-Richtlinie, dann IDD, aber auch PRIIPs und MiFID, dann DSGVO und Co.
Gleichzeitig hat sich die EU seit einigen Monaten den Bürokratie-Abbau auf die Fahnen geheftet und arbeitet an zahlreichen Erleichterungen für die Branche unter dem Schlagwort „Omnibus“. Wir haben darüber bereits berichtet, konkret hier…
Was bringt die RIS?
Aktuell geht die EU-Kleinanleger-Richtlinie (RIS, Abkürzung für Retail Investment Package) in den Endspurt. Die politische Trilog‑Einigung zur RIS wurde bereits am 18. Dezember 2025 erzielt. Damals wurde aber angekündigt, dass weitere Trilog‑Sitzungen stattfinden werden, um die technischeren Aspekte des Dossiers zu klären.
Am 26. Jänner fand die erste technische Verhandlungsrunde statt. Nun sollen am 16.3. die technischen Verhandlungen zwischen dem Europäischen Parlament und dem Rat der EU über die Kleinanleger-Richtlinie abgeschlossen worden sein. Letzter Schritt ist die Ratifizierung der interinstitutionellen Vereinbarung durch beide Institutionen.
Es wird spannend zu sehen sein, ob hier nicht nur die Kunden geschützt werden, sondern auch die Berater und Vermittler „damit gut leben“ können. Denn Fakt ist: Es werden auch in den Jahren die menschlichen Kundenbetreuer sein, die bei ihren Kunden Problembewusstsein schaffen, die komplizierten Produkte erklären und im Schadensfall unterstützen werden.
Das kann kein Chatbot oder sonstige KI-Anwendung leisten.
Beste Grüße vom IVVA Team
Quellen: EIOPA-Bericht „Structure of the EU insurance distribution market“, WKO-Statistik der Versicherungsagenten